Auch unter den Gehölzen gibt es besonders dünnhäutige Gesellen

Sonnenbrand bei Bäumen

(djd) Jeder weiß, wer sich zu lange ungeschützt in der Sonne aufhält, bekommt eine gerötete Haut oder gar Bläschen. Doch nicht nur der Mensch, auch Bäume können unter Sonnenbrand leiden. Das betrifft in der Regel weniger die zarten Blätter - sie sind den starken Lichteinfall gewohnt und können sich notfalls durch einen Neuaustrieb regenerieren. Der sensible Bereich liegt vielmehr im Stamm.

Sensibler Stamm

Der Stamm wird normalerweise vom dichten Kronendach beschattet. Doch wenn Äste beispielsweise durch einen Sturm wegbrechen, ist der Baumstamm plötzlich starker, ungewohnter Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Empfindlich reagieren vor allem die "dünnhäutigen" Gesellen, die nur eine schwache glatte Rinde ausbilden, wie etwa Buche, Hainbuche oder einige Ahornarten. Manuel Schuster, Baumpfleger aus Dülmen-Buldern, rät deshalb auch zur Vorsicht beim Auslichten: "Wer zu viel oder an der falschen Stelle sägt, kann dem ganzen Baum Schaden zufügen." Zertifizierte Betriebe, wie sie etwa unter www.ral-baumpflege.de zu finden sind, übernehmen solche Arbeiten fachgerecht.

Junge Bäume besonders gefährdet

Aber auch junge Bäume, deren Stamm noch keine kräftige Rinde ausgebildet hat, nehmen übermäßige UV-Strahlung übel. Manuel Schuster beobachtet das Phänomen häufig bei Neuanpflanzungen im Garten. "In der Baumschule stehen die jungen Gewächse relativ dicht beisammen und spenden sich gegenseitig Schatten", erklärt er. Im heimischen Garten bekommen die grünen Blickfänger dagegen viel Platz, sind aber auch der direkten Sonneneinstrahlung ohne Schutz ausgesetzt. "Zwar rötet sich der Stamm nicht wie unsere Haut, aber die Rinde kann vertrocknen, aufplatzen und Holz freilegen", beschreibt der Experte die Symptome einer so genannten Sonnennekrose. In die Wunde können in der Folge fäulnisbildende Pilze eindringen, die im schlimmsten Fall zum Absterben des Baumes führen. Um die jungen Bäumchen vor thermischen Schäden zu schützen, kann man den Stamm beispielsweise mit einer speziellen, reflektierenden Farbe bestreichen oder eine Lichtschutzmatte aus Schilf anbringen. Welches im einzelnen Fall die beste Lösung ist, überlässt man am besten einem Fachmann. Er prüft die Standortbedingungen und schlägt geeignete Maßnahmen vor.

So kann zu viel Sonne dem Baum schaden

Ein Baumstamm besteht aus verschiedenen Schichten. Ganz außen befindet sich die Borke darunter der Bast, ganz innen das Kernholz. Borke und Bast bilden die Rinde. Durch direkte, ungewohnte Sonneneinstrahlung werden die Rindenzellen stark erwärmt und die darunter liegende Kambialzone geschädigt - die Schicht, die für das Dickenwachstum der Bäume zuständig ist. Zudem können Insekten und Pilze in die aufplatzende Rinde eindringen und den Baum zusätzlich schwächen. Die Gütegemeinschaft Baumpflege empfiehlt daher, gefährdete Exemplare durch fachgerechte Stammschutzmaßnahmen versorgen zu lassen.

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